Psychoaktive Substanzen am Arbeitsplatz: Risiken und Präventionsplan
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Welche Substanzen sind betroffen?
Das INRS identifiziert Alkohol, Tabak, Psychopharmaka und Cannabis als die am häufigsten konsumierten Substanzen bei Arbeitnehmern. Je nach Umfeld und Situation können auch andere Produkte wie Kokain, Amphetamine, Opioide oder neue synthetische Drogen vorkommen.
Das Risiko hängt nicht nur von der Substanz ab. Es variiert je nach Dosis, Häufigkeit, Kombinationen, Gesundheitszustand, ausgeübter Tätigkeit und Arbeitsbedingungen.
Welche Auswirkungen auf Arbeit und Sicherheit?
Verminderte Aufmerksamkeit, verlangsamte Reaktionen, schlechte Gefahreneinschätzung oder Risikobereitschaft.
Fehler bei der Handhabung, Gleichgewichtsverlust, Schwierigkeiten beim Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen einer Maschine.
Schlafstörungen, Angstzustände, Abhängigkeit, Konflikte, Isolation oder fortschreitende Gesundheitsverschlechterung.
Verspätungen, Fehlzeiten, Zwischenfälle, Qualitätsminderung oder Desorganisation eines Teams.
Die Arbeit kann auch bestimmte Konsumformen begünstigen
Suchtverhalten ist nicht nur Privatsache. Das INRS erinnert daran, dass bestimmte berufliche Bedingungen dies fördern können: untypische Arbeitszeiten, Stress, schwieriger Kontakt mit der Öffentlichkeit, Heben schwerer Lasten, thermische Belastungen, Kultur von Umtrünken oder Geschäftsessen.
Die fünf Säulen eines Präventionsplans
- Risiko bewerten: die betroffenen Stellen, Situationen und beruflichen Faktoren im DUERP identifizieren.
- Regeln festlegen: den Umgang mit Alkohol, wachsamkeitsbeeinträchtigenden Medikamenten, riskantem Verhalten und gegebenenfalls die Bedingungen für ein Screening regeln.
- Schulen: Führungskräfte darin schulen, bei Verhaltensstörungen angemessen zu reagieren, ohne eine Diagnose zu stellen oder die Person zu demütigen.
- Rettungsmaßnahmen organisieren: festlegen, wen man alarmiert, wie der Arbeitsplatz gesichert wird und wann Rettungskräfte gerufen werden.
- Begleiten: den CSE, den Präventions- und Gesundheitsschutzdienst sowie spezialisierte Hilfsressourcen einbeziehen.
Welche Rolle spielt das Screening?
Das Screening kann eine Präventionspolitik ergänzen, wenn es auf ein genau identifiziertes Risiko reagiert. Es darf nicht zum einzigen Instrument des Unternehmens werden oder pauschal angewendet werden.
- Der Speicheltest sucht in der Regel nach kürzlichem Konsum und liefert ein vorläufiges Ergebnis.
- Der Urintest kann ein längeres Zeitfenster abdecken, ist aber invasiver und gibt keine direkte Auskunft über die Arbeitsfähigkeit zum Zeitpunkt der Arbeit.
- Ein positives Ergebnis muss gemäß Anleitung und Protokoll interpretiert werden, mit den vorgesehenen Garantien für den Arbeitnehmer.
Wie reagiert man bei einem Mitarbeiter mit Verhaltensstörungen?
Die Priorität ist die Sicherheit, ohne sofort die Substanz zu identifizieren. Die Person muss von einer gefährlichen Aufgabe entfernt werden, darf nicht selbst am Steuer zurückkehren, bei besorgniserregendem Zustand ist der Rettungsdienst zu konsultieren und die interne Vorgehensweise anzuwenden.
Die Beobachtungen müssen sachlich bleiben: zusammenhanglose Äußerungen, Schwierigkeiten beim Stehen, Schläfrigkeit, ungewöhnliche Unruhe oder Alkoholgeruch. Ein Vorgesetzter darf keine medizinische Diagnose stellen.
Die Begleitung durch AMA Prévention
AMA Prévention bietet Screening-Tests, Sensibilisierungsmaßnahmen und Schulungen für Unternehmen an. Die Begleitung kann die Auswahl des Systems, das Verständnis seiner Grenzen und die operative Vorbereitung einer Präventionskampagne umfassen.
Eine Präventionsmaßnahme im Unternehmen aufbauen