Photo d'une personne avec une menotte ouverte et le bras tendu

Sucht, Abhängigkeit und problematischer Gebrauch: die Unterschiede verstehen

Wichtig zu merken. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Sucht und Abhängigkeit oft synonym verwendet. In der Medizin ist es jedoch sinnvoll, die körperliche Abhängigkeit – Anpassung des Organismus mit Toleranz oder Entzug – von der Störung des Konsums zu unterscheiden, die sich insbesondere durch Kontrollverlust und Fortsetzung trotz negativer Folgen auszeichnet.

Was ist eine Sucht?

Eine Sucht zeichnet sich durch eine anhaltende Schwierigkeit aus, den Konsum einer Substanz oder eines Verhaltens zu kontrollieren, trotz negativer Auswirkungen auf Gesundheit, Familien-, Sozial-, Schul- oder Berufsleben.

Das starke Verlangen zu konsumieren, genannt Craving, wiederholte und erfolglose Versuche, den Konsum zu reduzieren, die zunehmende Bedeutung des Produkts im Alltag und die Fortsetzung trotz Schäden sind wichtige Anzeichen.

Was versteht man unter körperlicher Abhängigkeit?

Körperliche Abhängigkeit entspricht einer Anpassung des Organismus bei wiederholter Exposition. Sie kann sich durch Toleranz – das Bedürfnis, die Dosis zu erhöhen, um die gleiche Wirkung zu erzielen – oder durch Entzugssymptome beim Absetzen zeigen.

Ein wesentlicher Unterschied. Körperliche Abhängigkeit kann bei bestimmten Medikamenten auftreten, die gemäß einer Verordnung eingenommen werden, ohne Kontrollverlust oder süchtiges Verhalten. Umgekehrt kann eine Störung des Konsums bestehen, auch wenn der körperliche Entzug nur gering ausgeprägt ist.

Was versteht man unter „Störung des Konsums“?

Moderne medizinische Klassifikationen beschreiben ein Kontinuum von einer leichten bis zu einer schweren Störung. Die Bewertung basiert nicht auf einem einzigen Kriterium, sondern auf dem gesamten Verhalten, dem Kontrollverlust und den beobachteten Folgen über einen bestimmten Zeitraum.

Dieser Ansatz vermeidet eine strikte Einteilung in zwei Kategorien – „Süchtige“ oder „Nicht-Süchtige“ – und ermöglicht eine auf den Schwierigkeitsgrad abgestimmte Betreuung.

Welche Anzeichen können auf problematischen Konsum hinweisen?

  • mehr oder länger konsumieren als geplant;
  • trotz mehrerer Versuche nicht reduzieren können;
  • häufig an das Produkt oder Verhalten denken;
  • Pflichten oder wichtige Aktivitäten vernachlässigen;
  • trotz gesundheitlicher, partnerschaftlicher, finanzieller oder beruflicher Probleme weitermachen;
  • Risiken eingehen, um das Produkt zu beschaffen oder zu konsumieren;
  • Toleranz oder Entzugssyndrom spüren.

Das Vorhandensein eines einzelnen Zeichens reicht nicht für eine Diagnose aus. Diese wird von einem ausgebildeten Fachmann nach einem umfassenden Gespräch gestellt.

Betreffen Süchte nur Drogen?

Nein. Süchte an Substanzen können Alkohol, Tabak, Cannabis, Opioide, Kokain, bestimmte Medikamente und andere psychoaktive Produkte betreffen.

Unter den anerkannten oder untersuchten Verhaltenssüchten nehmen Glücksspiele und bestimmte Nutzungen von Videospielen eine besondere Stellung ein. Es ist jedoch wichtig, nicht jede intensive Gewohnheit ohne Kontrollverlust oder bedeutende Folgen als „Sucht“ zu bezeichnen.

Bestimmte Substanzen nicht ohne ärztlichen Rat abrupt absetzen. Der Entzug von Alkohol, Benzodiazepinen oder bestimmten Medikamenten kann gefährlich sein. Ein Arzt, ein CSAPA oder ein spezialisiertes Angebot kann eine sichere Reduktion oder einen sicheren Abbruch organisieren.

Wo kann man Hilfe suchen?

Der Hausarzt kann eine erste Einschätzung vornehmen und weiterleiten. CSAPA bieten eine kostenlose und vertrauliche medizinische, psychologische und soziale Begleitung. Die Konsultationen für junge Konsumenten richten sich an Jugendliche, junge Erwachsene und deren Umfeld.

Hilfe zu suchen erfordert nicht, „den Tiefpunkt erreicht zu haben“. Eine frühzeitige Intervention erleichtert oft die Risikominderung und Veränderung.

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