DUERP und suchtbedingte Verhaltensweisen im Unternehmen: Alkohol, Betäubungsmittel, Sicherheit und Compliance

DUERP, Sucht & empfindliche Arbeitsplätze

Alkohol- und Drogenrisiken im Unternehmen vorbeugen

Eine Seite für Führungskräfte, Personalverantwortliche, QHSE-Beauftragte und Arbeitgeber, die ihren Ansatz absichern wollen, ohne auf improvisiertes Screening zurückzugreifen.

Das Sucht-Risiko lässt sich nicht auf einen Test reduzieren. Es muss im DUERP identifiziert, mit Arbeitssituationen verknüpft, durch eine klare Vorgehensweise geregelt und durch eine kohärente Präventionspolitik begleitet werden.

Warum sollten suchtbedingte Verhaltensweisen im DUERP berücksichtigt werden?

Das Einzige Dokument zur Bewertung beruflicher Risiken (DUERP) ist kein starres Verwaltungsdokument. Es ist die Grundlage Ihrer Präventionsstrategie. Wenn ein Mitarbeiter eine Position innehat, bei der ein Verlust der Aufmerksamkeit seine eigene Sicherheit, die eines Kollegen, Kunden oder Nutzers gefährden kann, muss das Unternehmen nachweisen können, dass es das Risiko erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen hat.

Alkohol, Cannabis, Kokain, Opiate, Benzodiazepine, neue synthetische Drogen oder sedierende Medikamente können Reflexe, Koordination, Gefahrenwahrnehmung, Konzentration oder Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen. Die Herausforderung ist somit operativ, menschlich und rechtlich.

Referenzen für Ihren Ansatz: Arbeitsgesetzbuch Artikel L4121-1, INRS-Prävention Sucht und Arbeit, Entscheidung des Staatsrats Nr. 394178 vom 5. Dezember 2016.
Arbeitsunfall x2

Laut INRS verdoppelt sich das Risiko eines schweren Arbeitsunfalls bei Personen mit regelmäßig hohem Alkoholkonsum.

Verkehrsrisiko x17,8

Das INRS erinnert daran, dass das Fahren unter Alkoholeinfluss das Risiko, für einen tödlichen Verkehrsunfall verantwortlich zu sein, um das 17,8-fache erhöht.

Alkohol + Cannabis x29

Die Verkehrssicherheit weist darauf hin, dass die Kombination von Alkohol und Cannabis das Risiko eines tödlichen Unfalls um das 29-fache erhöht.

Empfindliche Arbeitsplätze

Situationen, die vorrangig im DUERP zu berücksichtigen sind

Nicht alle Situationen bergen das gleiche Risikoniveau. Priorität haben Arbeitsplätze, bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit einen schweren Unfall verursachen, die Sicherheit anderer gefährden oder eine direkte Haftung des Unternehmens begründen kann.

01
Berufliches Fahren Leichtfahrzeuge, Nutzfahrzeuge, Lastkraftwagen, Personentransport, Außeneinsätze und berufliche Fahrten mit Risiko.
02
Gefährliche Maschinen, Geräte & Werkzeuge Produktion, Wartung, Handhabung, Zuschnitt, Bedienung von Maschinen, Arbeiten mit Geräten, die schwere Unfälle verursachen können.
03
Arbeit in der Höhe oder exponierte Umgebung Baustellen, Plattformen, Treppen, Hubarbeitsbühnen, technische Bereiche, Alleinarbeit oder Situationen, in denen ein Sturz ein erhebliches Risiko darstellt.
04
Sicherheit Dritter Öffentlichkeit, Patienten, Schüler, Fahrgäste, Kunden, betreute Teams, schutzbedürftige Personen oder Aufgaben mit direkter Verantwortung.
01
Rechtlicher Rahmen

Eine Sicherheitsverpflichtung, die auf Prävention basiert

Artikel L4121-1 des Arbeitsgesetzbuchs verpflichtet den Arbeitgeber, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit zu gewährleisten und die körperliche sowie geistige Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen. Diese Maßnahmen umfassen Prävention, Information, Schulung sowie die Einrichtung einer geeigneten Organisation und Mittel.

Auf Suchtverhalten angewandt bedeutet dies, dass das Unternehmen Situationen antizipieren muss, in denen der Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten ein erkennbares berufliches Risiko darstellen kann.

02
DUERP

Das DUERP muss von den Positionen ausgehen, nicht von den Substanzen

Ein solides Vorgehen besteht nicht darin, alle Drogen aufzulisten. Es geht darum, Positionen oder Situationen zu identifizieren, in denen eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit eine Gefahr darstellen kann.

  • Führungs- oder Transportpositionen.
  • Arbeit mit gefährlichen Maschinen, Geräten oder Werkzeugen.
  • Positionen mit Kontakt zu Dritten, Kunden, Patienten, Schülern oder Nutzern.
  • Situationen, in denen Aufmerksamkeit direkt die Sicherheit bestimmt.
03
Betriebsordnung

Das Screening muss geregelt, verhältnismäßig und nachvollziehbar sein

Der Staatsrat hat anerkannt, dass die Betriebsordnung unter bestimmten Bedingungen Speicheltests zum Nachweis von Drogen vorsehen kann. Das Verfahren muss insbesondere durch die Art der Position gerechtfertigt, verhältnismäßig zum Risiko, für den Arbeitnehmer klar und mit Garantien versehen sein.

Vorsicht Ein generalisiertes und undifferenziertes Screening ist zu vermeiden. Die Maßnahme muss sich auf Positionen oder Situationen mit echtem Sicherheitsrisiko konzentrieren.
04
Tests

Speichel- oder Urintest: Die richtige Wahl hängt vom Ziel ab

Der Speicheltest eignet sich besonders, wenn ein kürzlicher Konsum bewertet werden muss, der mit einem unmittelbaren Sicherheitsrisiko verbunden ist. Der Urintest dient anderen Zwecken und hat in der Regel ein längeres Nachweisfenster.

Es geht also nicht darum zu sagen, dass ein Test den anderen ersetzt, sondern das richtige Werkzeug je nach Kontext, Ziel, betroffener Position und eingeführtem Verfahren auszuwählen.

05
Plan Joana

Das berufliche Verkehrsrisiko wird zu einem vorrangigen Thema

Der im April 2025 vorgestellte Plan Joana verstärkt die Aufmerksamkeit auf Prävention, Screening, Schulung und Kontrolle im Schultransport. Auch wenn nicht alle Unternehmen direkt von diesen Verpflichtungen betroffen sind, ist die Botschaft klar: Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss wird zu einem wichtigen Präventionsschwerpunkt.

Für Arbeitgeber mit Verkehrsrisiko ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Kohärenz des DUERP, der internen Anweisungen, der Betriebsordnung und der verfügbaren Präventionsmittel zu überprüfen.

Methodik

Die AMA Prévention Methode in 6 Schritten

Ein effektiver Ansatz muss verständlich, nachvollziehbar und von den Teams akzeptiert sein. Ziel ist es, das Unternehmen zu sichern, ohne eine dauerhafte Verdachtslogik zu etablieren.

01 Kartieren

Stellen und Situationen identifizieren, in denen verminderte Aufmerksamkeit ein Risiko darstellt.

02 Dokumentieren

Die Gefährdungsbeurteilung (DUERP) mit einer klaren, verständlichen und nutzbaren Logik aktualisieren.

03 Regeln festlegen

Betriebsordnung, interne Notizen und Verfahren anpassen.

04 Sensibilisieren

Teams ohne Stigmatisierung informieren, mit einfachen und konkreten Materialien.

05 Einführen

Tests, Alkoholtester, Materialien oder Schulungen passend zum Einsatzort auswählen.

06 Nachverfolgen

Nachweise von Maßnahmen aufbewahren: Information, Schulung, Verfahren, Material.

Unternehmensbegleitung

Was AMA Prévention für Ihr Unternehmen umsetzen kann

Wir helfen Ihnen, eine gesetzliche Verpflichtung in einen operativen Prozess umzuwandeln: klarer für die Geschäftsleitung, akzeptabler für die Mitarbeiter, robuster im Falle eines Vorfalls.

Speichel- und Urintests, angepasst an berufliche Anforderungen
Alkoholtester, Alkoholmessgeräte und Alkoholpräventionslösungen
Schulungsmaterialien für interne Sensibilisierung
Begleitung von Testkampagnen
Hilfe bei der Strukturierung interner Verfahren
Tipps für sensible Stellen und Verkehrsrisiken
Eine individuelle Studie anfordern

Häufige Fragen von Führungskräften

Muss ich Suchtverhalten in der Gefährdungsbeurteilung (DUERP) erwähnen?
Ja, wenn die Arbeitsbedingungen, Stellen oder Aufgaben das Unternehmen einem Risiko durch verminderte Aufmerksamkeit aussetzen. Die Gefährdungsbeurteilung (DUERP) muss die Risikosituationen und die geeigneten Präventionsmaßnahmen identifizieren.
Kann man alle Mitarbeiter testen?
Nein. Eine Testpolitik muss verhältnismäßig und gerechtfertigt sein. Sie muss sich auf Stellen oder Situationen mit echtem Sicherheitsrisiko konzentrieren und nicht alle Mitarbeiter undifferenziert erfassen.
Kann der Speicheltest in der Betriebsordnung vorgesehen werden?
Ja, unter bestimmten Bedingungen. Das Verfahren muss klar, verhältnismäßig, auf die betroffenen Stellen beschränkt sein, die Rechte der Arbeitnehmer respektieren und die notwendigen Garantien vorsehen, insbesondere die Möglichkeit einer Gegenuntersuchung bei positivem Ergebnis.
Was ist der Unterschied zwischen Speicheltest und Urintest?
Der Speicheltest zielt hauptsächlich auf einen kürzlichen Konsum ab, was in einem Kontext unmittelbarer Sicherheit nützlich ist. Der Urintest bietet in der Regel ein längeres Nachweisfenster. Die Wahl hängt daher vom angestrebten Ziel ab.
Wer finanziert das Präventions- oder Testmaterial?
Wenn es um die Prävention von Berufsrisiken und die Organisation der Sicherheit geht, liegt das Material und die damit verbundenen Maßnahmen grundsätzlich in der Verantwortung des Arbeitgebers.

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